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Portraits müssen nicht immer im Stehen oder Sitzen entstehen. Im Gegenteil, in Bewegung entstehen oft dynamischere Bilder.Portrait

Auch die Wahl des Bildausschnittes liefert unzählige Möglichkeiten der Portraitfotografie, so gibt es beispielsweise das Ganzkörperportrait, (Körper-)Teil-Portrait, Kopfportrait, Gesichtportraits, usw. Man sollte den Bildausschnitt sehr sorgfältig planen und unterschiedliche Varianten aufnehmen. Teile des Kopfes oder des Körpers abzuschneiden ist in der Regel unvorteilhaft. Wenn doch beschnitten wird, sollte man dies sehr bewusst tun und genau darauf achten, wo der Schnitt stattfindet. Erstaunlich ist dabei, dass der Bildausschnitt nicht nur ein Gestaltungsmerkmal ist, sondern Inhalte sehr subtil überträgt.

Auch die eigene Positionierung sollte der Fotograf genau bedenken. Frontal, auf Augenhöhe oder leicht von oben sind gute Einstellungen, da sich diese schmeichelhaft für das jeweilige Model auswirken.

Nicht zu unterschätzen ist daneben die jeweilige Lichtauswahl. Eins der vielleicht schönsten Lichter und dazu noch eins, das jeder zu Hause hat, ist das Licht eines Fensters an einem überdeckten Tag. Probiere es aus und schau dir an, wie man damit wunderbare Portraitfotos machen kann! Schwieriger als das diffuse Licht eines bedeckten Himmels ist in der Portraitfotografie das harte Licht der Sommersonne. Doch mit einer gezielten Abschattung lassen sich auch bei schwierigen Lichtsituationen tolle Bilder schießen.

Profis nutzen zumeist Studiolicht, mit dem sie ganz gezielt das Gesicht der portraitierten Person modellieren. Filmstars und Models wissen, dass ein gutes Licht ihr Gesicht besonders herausarbeitet.

Zunächst einmal solltest du dir darüber im Klaren sein, welchem Zweck das Portrait dienen soll. Ein berufliches Portrait beispielsweise sollte eine Person so ablichten, dass ein Zusammenhang mit dem von dem Portraitierten ausgeübten Beruf erkennbar ist. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Person der betonte Teil des Bildes ist und diese zugleich individuell portraitiert wird. Keinesfalls darf bei Bewerbungsfotos die Kleidung zu locker sitzen! Dazu sollte man sich vergegenwärtigen, dass Männerportraits anders ‘funktionieren’ als Frauenportraits.Portrait einer Seniorin

Achte bei Portraitaufnahmen ganz besonders darauf, dass Augen, Haare und Lippen scharf abgebildet sind, denn dann nehmen spätere Betrachter deine Aufnahmen als scharf wahr, auch wenn andere Gesichtspartien eher unscharf abgelichtet wurden. Am besten blendest du das Objektiv ab, um ausreichend Tiefenschärfe bei deinem Motiv zu erzielen. Mit Hilfe der Technik des Freistellens blendet man nur leicht ab, um nur eine geringere Tiefenschärfe zu erzielen. Diese legt man dann gezielt auf die Augen, damit diese scharf abgelichtet werden, der Rest des Gesichtes ist unscharf abgebildet. Vom Betrachter wird das Bild aber dennoch als scharf wahrgenommen.

Doch Vorsicht: man sollte beachten, dass bei relativ offener Blende die Tiefenschärfe sehr gering ist und sich im Bereich weniger Zentimeter bewegt. Bereits bei kleinen Bewegungen (vorwärts oder rückwärts) vom Fotografen oder Modell kann schnell passieren, dass die Tiefenschärfe nicht mehr an der gewünschten Stelle liegt und das Bild unscharf wird.

 

Endlich ist der kalte Winter vorbei und der Frühling verwandelt die Natur in ein Meer farbenfroher Motive. Zu Ostern bietet sich damit die ideale Gelegenheit einige Fotos unter freiem Himmel zu knipsen. Ob Bilder für das Familienalbum oder Landschaftsaufnahmen – mit den folgenden Tipps werden ihre Bilder einzigartige Erinnerungen:

Schöne Bilder durch andere Perspektiven

1. Weniger ist mehr!

Damit Ihr Motiv noch besser zur Geltung kommt, sollten Sie versuchen Ihr Hauptmotiv bildfüllend einzufangen. Gehen Sie hierzu ruhig nah an das Motiv heran und vernachlässigen Sie Nebensächliches. Auf diese Weise wirkt das Motiv noch intensiver. Besonders gut eignen sich die auf diese Weise gemachten Fotos für die Erstellung großfomatiger Poster oder Fotoleinwände, da auch Details klar zu erkennen sind.

2. Blitzlicht auch draussen einschalten

Auch unter freiem Himmel kann es in vielen Situationen sinnvoll sein den Blitz zu verwenden. Besonders an sonnigen Tagen werden Gesichter häufig von Schatten verdunkelt, was auf Fotos häufig nicht sehr schön aussieht. Ist jedoch der Blitz eingeschaltet, dann werden diese dunklen Partien aufgehellt. Dies führt zu einem deutlich besseren Kontrastverhältnis und lässt das Lächeln ihrer Liebsten noch schöner wirken.

3. Der richtige Standpunkt

Versuchen Sie doch einmal eine neue Perspektive aus. Vorallem, wenn Sie Kinder ablichten wollen, sollten Sie sich auf ihre geringere Größe einstellen. Setzen Sie sich hierzu auf einen niedrigen Hocker oder sogar auf den Boden. Der veränderte und ungewöhnliche Aufnahmewinkel führt zu interessanten Ergebnissen.

4. Menschen und Hintergrund

Wenn Sie Ihre Familie vor einem schönen Ausblick fotografieren möchten, dann positionieren Sie Ihre Liebsten nicht unbedingt in der Bildmitte. Statt dessen können Sie tolle Ergebnisse erhalten, wenn die Personen an eine der Seiten verlagert werden. Achten Sie hierbei jedoch darauf, dass Sie die Schärfe zunächst auf die jeweilige Person einstellen und erst dann den endgültigen Bildausschnitt im Sucher auswählen. So wird der Hintergrund nicht verdeckt und ihr Modell wird scharf dargestellt.

5. Räumlichkeit schaffen

Viele Bilder wirken sehr flach und bilden keinerlei Räumlichkeit ab. Dies können Sie ändern indem Sie ein Bildelemente in den Vordergrund bringen. Platzieren Sie sich so, dass eine Bildhälfte ein nahes und die andere ein weiter entferntes Objekt darstellt. Experimentieren Sie hierbei auch mit unterschiedlichen Schärfeeinstellungen, die entweder das vordere odere hintere Motiv klar darstellen.

Das „richtige“ Motiv ist immer genau dasjenige, welches du dir in jenem Moment ausgesucht hast! Probiere dich ruhig aus. Dabei ist es legitim sich erst einmal anderswo Inspirationen zu holen wie z.B. in Bildbänden oder Fotoausstellungen. Kreiere etwas Eigenes aus deinen Eindrücken, anstatt zu kopieren, indem du nicht das gleiche Motiv oder die gleiche Komposition wählst. Mit der Zeit wirst du deine bevorzugte Thematik (z.B. Menschen, Akt, Mode, Landschaft, Sport, Reisen, Tiere, usw.) sowie deinen bevorzugten Stil (Tele, Makro, Weitwinkel) finden, wobei die Variations- und Kombinationsmöglichkeiten schier unendlich sind.

Lass dich nicht entmutigen, wenn du dein Motiv schlecht umgesetzt hast, denn aus Fehlern wirst du letztendlich lernen. Stelle auch nicht bereits zu Beginn zu hohe Ansprüche an dich, sondern steigere dich langsam. Du solltest dich auch nicht von „suboptimalen“ Bedingungen davon abhalten lassen, abzudrücken, beispielsweise wenn das Licht zu wünschen übrig lässt oder sich im Hintergrund ein störendes Objekt befindet. Auch wenn es kein Meisterwerk werden sollte, es war dein Moment, deine Szene, weswegen du dich im Zweifelsfall immer für das Foto entscheiden solltest. Wenn du die Fotografie ohnehin nur rein privat ausübst, kannst du dir das auch erlauben. Letztendlich geht es doch auch darum, dass du für dich persönlich besondere Momente festhältst und sie mithilfe deiner Fotos erneut erleben kannst.

Richtige Motive finden benötigt etwas Übung

Makrofotografie ist harte ArbeitPassend zu unserer kleinen Einführung in die Makrofotografie von letzter Woche veranstaltet C/O’s e.V. in Berlin vom 3. bis zum 4. März den Nachwuchs-Fotografen Workshop „Zoom! Auf Strukturensuche“:

Jeden Tag sehen und erleben wir unsere Umgebung – meist jedoch aus gewisser Distanz und immer gleicher Perspektive. Wie aber genau sind Holz, Stein, Asphalt, Eisen, Plastik beschaffen? Mal glatt, eben und fein, mal brüchig, grob und zerklüftet. Unsere Umwelt ist voll von unterschiedlichen Strukturen. Teils sind diese ganz eigen und einzigartig, teils wiederholen sie sich und weisen verblüffende Ähnlichkeiten und Regelmäßigkeiten auf. Man muss nur genau hinsehen! In dem Workshop gehen die Kinder und Jugendlichen auf eine spannende Reise in die große Welt der Oberflächen, Muster und Details.

Durch die Makrofotografie nimmst du unsere vielfältige Umwelt ganz genau in den Blick und hältst außergewöhnliche Motive fotografisch fest. Dort lernst du den Umgang mit Licht und Schatten, Schärfe, Unschärfe und Kontrast, aber auch die  Auswahl der richtigen Perspektive je nach Motiv. So erschaffst du deine eigenen Strukturwelten und visualisierst diese im Einzelbild oder in Foto-Serien und lässt Kleines ganz groß erscheinen.

C/O’s e.V.

Postfuhramt – Oranienburger Straße 35/36  – 10117 Berlin

3. und 4. März 2012: 11 bis 16.30 Uhr

Betreuung: Judith Metze . Sandra de Groot

Altersstufe 12 bis 14 Jahre